Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


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Inhalt: Seezeichenwesen

Seit Beginn der Seefahrt sind die Seezeichendienste bemüht die Sicherheit und Leichtigkeit des Seeschiffsverkehrs zu gewährleisten. Da auf See keine natürlichen Marken als Anhaltspunkte für eine sichere Navigation vorhanden sind, schafften die Seezeichendienste Abhilfe.

Zuerst wurden Tagessichtzeichen in Form von Türmen und Baken an Land und als Tonnen, Pricken und Stangen auf See errichtet. Um aber in Küstennähe auch bei Nacht navigieren zu können, wurden Nachtsichtzeichen entwickelt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren das Feuerblüsen, Türme oder Baken mit an der Spitze offenen Holz- und später Steinkohlefeuern. Mit Beginn des industriellen Zeitalters und dem Übergang von der windabhängigen Segelschifffahrt zur maschinengetrieben Schifffahrt mussten präzisere Navigationshilfen geschaffen werden. Durch Einsatz von lichtbündelnden Glaslinsen oder Metallspiegeln, mit Petroleum-/ Gasbrennern und später elektrischen Lampen, wurden leistungsstarke optische Navigationshilfen geschaffen, deren Prinzip z.T. heute noch Anwendung findet.

Mit der Nutzung von Flüssiggas, Azetylen oder Propan konnten auch leistungsfähige und betriebssichere Leuchttonnen konstruiert werden. Damit waren die Voraussetzungen gegeben, enge Fahrwasser bei Nacht "wie Straßen" zu bezeichnen bzw. auch von der Küste entferntere Untiefen deutlich kenntlich zu machen.

Zur Ansteuerung von Revieren wurden früher in der Regel bemannte Feuerschiffe eingesetzt. Sie dienten meistens auch als schwimmende Lotsenstation. Wegen der hohen Betriebskosten wurden sie im Laufe der Zeit durch Leuchttürme oder unbemannte Feuerschiffe ersetzt. Das letzte bemannte Feuerschiff "Borkumriff" wurde am 15.07.1988 eingezogen. Es ist heute, wie viele andere, ein Museumsschiff.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren neben den optischen auch noch auditive Navigationshilfen, wie Nebel- und Wasserschall, im Einsatz. Sie verloren ihre Bedeutung aber mit Einführung der funktechnischen Navigationshilfsmittel nach dem 2. Weltkrieg. Das Radar, mit dem man die Umgebung mit ihren festen und beweglichen Zielen ohne zeitliche Verzögerung wetterunabhängig, also auch bei Nebel, erfassen kann, trat seinen Siegeszug in der Schifffahrt, zunächst an Bord und später auch an Land, an. Die Funktechnik breitete sich aber auch in anderen Bereichen weiter aus. Zu den für Kreuzpeilungen genutzten Funkfeuer kamen Hyperbelnavigationsverfahren, wie z.B. Decca und Loran, sowie in neuester Zeit die Satellitennavigationssysteme GPS / DGPS und GLONASS hinzu. Als neueste Entwicklung steht der 4S (Ship-Ship, Ship-Shore) –Transponder vor der Einführung. Dieser Transponder kann in Verbindung mit dem GPS-System alle verkehrlich notwendigen Daten, wie z.B. Position, Kurs, Geschwindigkeit, etc. zwischen Schiffen und Landstationen automatisch übermitteln.

Mit Aufkommen der Rechnertechnik wurden aus den ab den 60er Jahren an den Revieren errichteten Landradarketten Vessel-Traffic-Service (VTS)-Zentralen. In diesen VTS-Zentralen werden Daten erfaßt, ausgewertet und verteilt, Informationen, Hinweise und Beratungen gegeben, sowie Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum Umweltschutz getroffen.

Durch den Erhalt der Einrichtungen auf den jeweiligen Stand der Technik leistet der Seezeichendienst der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung seinen Beitrag für eine allzeit gefahrlose und sichere Fahrt auf den Bundeswasserstraßen und der Hohen See.